Aerial view of the Seven Mile Bridge on the Overseas Highway in the Florida Keys, with the old bridge alongside
Ratgeber

Camper mieten in den USA als Europäer — Führerschein, Versicherung, Meilen und Campingplätze 2027

Die Camper-Miete in den USA unterscheidet sich in vier Punkten von Europa: Die Fahrzeuge sind größer, Versicherungen werden anders verkauft, viele Vermieter berechnen jede gefahrene Meile, und die schönsten Campingplätze sind Monate im Voraus ausgebucht. Unsere Beispiele stammen aus Florida, wofür wir auch Ratgeber zu Miami und Tampa haben, doch die meisten Regeln gelten im ganzen Land.

Führerschein und Alter

  • Europäischer Führerschein. Für eine Urlaubsreise wird ein gültiger Führerschein aus der EU oder dem Vereinigten Königreich in den meisten Bundesstaaten anerkannt, auch in Florida. Ist Ihr Führerschein nicht auf Englisch, nehmen Sie zusätzlich einen Internationalen Führerschein mit; viele Vermieter verlangen ihn ohnehin, und er ist zu Hause schnell und günstig zu bekommen.
  • Fahrzeuggröße. Camper und Wohnmobile der Klasse C (mit Alkoven über dem Fahrerhaus, 6 bis 9 Meter) dürfen mit einem normalen Pkw-Führerschein gefahren werden. Einen besonderen Führerschein braucht man erst für Fahrzeuge über etwa 11,8 Tonnen, und das sind keine typischen Mietfahrzeuge.
  • Alter und Kreditkarte. Das Mindestalter liegt meist bei 21, für größere Wohnmobile oft bei 25 Jahren. Für die Kaution braucht man eine Kreditkarte auf den Namen des Fahrers; der Betrag reicht von einigen Hundert bis über tausend Dollar.

Versicherung: Was enthalten ist und was nicht

  • Haftpflicht. Die gesetzliche Mindest-Haftpflicht ist in vielen Bundesstaaten niedrig. Fragen Sie, welche Deckung in der Miete enthalten ist, und erwägen Sie eine Zusatz-Haftpflicht, meist bis etwa eine Million Dollar.
  • Schäden am Fahrzeug. Ein Collision Damage Waiver verringert Ihre Selbstbeteiligung. Prüfen Sie, ob er auch Dach und Aufbau abdeckt: Schäden an niedrigen Unterführungen, Tankstellendächern und Drive-in-Durchfahrten sind oft ausgeschlossen.
  • Kreditkarte und Reiseversicherung. Der Mietwagenschutz von Kreditkarten gilt meist nicht für Camper und Wohnmobile. Eine Reisekrankenversicherung ist unverzichtbar, denn medizinische Behandlung ist in den USA sehr teuer.

Meilen, Ausstattungspakete und der tatsächliche Preis

  • Meilen. Viele Camper-Vermieter berechnen jede Meile oder verkaufen Meilenpakete, etwa zu je 500. Eine zweiwöchige Rundreise durch Florida kommt leicht auf 1.500 bis 2.000 Meilen, also 2.400 bis 3.200 km; fragen Sie daher nach unbegrenzten Meilen oder rechnen Sie alles vorher durch.
  • Pakete und Extras. Küchenpaket, Bettwäsche, Generatorstunden, Vorbereitungsgebühr und Einweggebühr erhöhen den Preis deutlich; vergleichen Sie also den Gesamtbetrag, nicht den Tagespreis.
  • Treibstoff. Ein Wohnmobil der Klasse C verbraucht etwa 25 bis 30 Liter auf 100 km, ein ausgebauter Van 12 bis 15. Bezahlt wird pro Gallone, also pro 3,79 Liter.
  • Maut. In Florida wird Maut meist elektronisch erhoben (SunPass oder Toll-by-Plate). Der Vermieter berechnet sie nachträglich, zuzüglich einer täglichen Servicegebühr.

Arten von Campingplätzen

  • State Parks. Sie sind günstig und schön, viele Stellplätze haben Strom und Wasser. Floridas State Parks nehmen Buchungen 11 Monate im Voraus an, und die Plätze auf den Keys, etwa Bahia Honda und Long Key, sind im Winter schnell voll.
  • Nationalparks. Gebucht wird über Recreation.gov, meist bis sechs Monate im Voraus. In den Everglades sind das die Campingplätze Flamingo und Long Pine Key.
  • Private RV-Parks und KOA. Sie bieten Vollanschluss (Wasser, Strom, Abwasser), Pools und Waschräume, sind aber teurer, besonders auf den Keys.
  • Kostenlos übernachten. Manche Geschäfte, auch ein Teil der Walmart-Filialen, erlauben das Übernachten auf dem Parkplatz mit Zustimmung der Filialleitung, doch viele Gemeinden in Florida verbieten es. Auf Floridas Rastplätzen darf man höchstens drei Stunden halten. Kostenloses Campen auf öffentlichem Land (BLM) ist vor allem im Westen der USA möglich; in Florida sollten Sie mit kostenpflichtigen Plätzen planen.
  • Begriffe, die Ihnen begegnen. Full Hook-up bedeutet Anschluss an Wasser, Strom und Abwasser, 30 oder 50 Ampere bezeichnet die Stärke des Stromanschlusses, und eine Dump Station ist der Ort zum Entleeren der Tanks.

Fahren und die Unterschiede im Verkehr

  • Regeln. Es herrscht Rechtsverkehr. Rechtsabbiegen bei Rot ist erlaubt, sofern kein Schild es verbietet, und an Kreuzungen mit vier Stoppschildern fährt zuerst, wer zuerst gehalten hat. Schaltet ein Schulbus seine roten Lichter ein, müssen Sie anhalten, auf Straßen ohne Mitteltrennung auch im Gegenverkehr.
  • Geschwindigkeit. Die Limits gelten in Meilen pro Stunde: auf Floridas Interstates meist 65 bis 70 mph (105 bis 113 km/h), auf dem Overseas Highway nach Key West überwiegend 45 bis 55 mph.
  • Saison. Florida ist von November bis April am schönsten, in der trockenen Jahreszeit. Von Juni bis November dauert die Hurrikansaison, und der Sommer bringt Hitze, Schwüle, tägliche Gewitter und Mücken.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich in den USA mit einem europäischen Führerschein einen Camper mieten?

Ja. Für eine Urlaubsreise wird ein gültiger Führerschein aus der EU oder dem Vereinigten Königreich in den meisten Bundesstaaten anerkannt, auch in Florida. Ist er nicht auf Englisch, nehmen Sie zusätzlich einen Internationalen Führerschein mit, den viele Vermieter ohnehin verlangen.

Sind bei der Camper-Miete in den USA unbegrenzte Meilen inklusive?

Oft nicht. Viele Vermieter berechnen jede Meile oder verkaufen Meilenpakete, und eine zweiwöchige Rundreise durch Florida kommt leicht auf 1.500 bis 2.000 Meilen. Fragen Sie nach unbegrenzten Meilen oder rechnen Sie den Gesamtpreis vorher aus.

Reicht die Versicherung meiner Kreditkarte für einen Camper?

Meist nicht, denn der Mietwagenschutz von Kreditkarten gilt in der Regel nicht für Camper und Wohnmobile. Prüfen Sie die enthaltene Haftpflichtdeckung, ob das Dach versichert ist und ob Sie eine Reisekrankenversicherung haben.

Wann sollte man Campingplätze in Florida buchen?

So früh wie möglich. State Parks nehmen Buchungen 11 Monate im Voraus an, und die Plätze auf den Keys sind im Winter schnell voll. Nationalparks bucht man über Recreation.gov, meist bis sechs Monate im Voraus.

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